Eine Woche nach der gemeinsamen Hauptübung feierten die Feuerwehren Gingen und Kuchen am 17. Oktober ihren gemeinsamen Kameradschaftsabend in der BOSIG-Hohensteinhalle in Gingen. Im Mittelpunkt stand ein Mann, dessen Dienstzeit fast ein Menschenleben umfasst: Gottfried Tippl trat am 1. Juni 1955 im Alter von 16 Jahren in die Freiwillige Feuerwehr Kuchen ein und gehört ihr damit seit über 70 Jahren an.
Bürgermeisterin Katja Schaible-Schmidt ließ in ihrer Rede Zeiten lebendig werden, die heute kaum noch vorstellbar sind. Gottfried Tippl dürfte der letzte Kamerad sein, der noch zu Fuß zu Übungen und Einsätzen ausrückte. Erst 1956, ein Jahr nach seinem Eintritt, begann mit dem ersten Fahrzeug die Motorisierung der Wehr. Als Kfz-Meister stellte er sein Wissen der Feuerwehr jederzeit zur Verfügung und kümmerte sich über Jahrzehnte um Fahrzeuge und Geräte. Dabei engagierte er sich stets ruhig, besonnen und weit über das übliche Maß hinaus. 1975 wählte ihn die Hauptversammlung zum stellvertretenden Kommandanten. Dieses Amt übte er über drei Amtszeiten aus und prägte die Wehr maßgeblich. 2009 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.
Dass er nach dem Wahlspruch der Feuerwehr „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ gelebt hat, dafür dankte ihm die Bürgermeisterin im Namen der Feuerwehr, des Gemeinderats und der Gemeinde. Ihr Dank galt dabei auch seiner Ehefrau, die ihm über Jahrzehnte den Rücken freihielt und die vielen Stunden im Dienst der Feuerwehr mittrug. Auch Gingens Bürgermeister Marius Hick erinnerte sich persönlich: Gottfried Tippl war einst sein Handballtrainer. Zu Recht erhoben sich alle Anwesenden von ihren Stühlen und ehrten den Jubilar mit langem, verdientem Beifall.
Für ihre langjährige Zugehörigkeit in der Feuerwehr Gingen wurden auch Nina Stein, Fabien Schauer und Alexander Ihli geehrt. Während des gesamten Abends stellten beide Wehren jeweils eine Mannschaft zur Einsatzbereitschaft. Im Ernstfall wären diese gemeinsam ausgerückt. So klang ein Abend aus, der ganz im Zeichen von Gemeinschaft, Kameradschaft und dem außergewöhnlichen Engagement langjähriger Feuerwehrangehöriger stand.






